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Donnerstag, 28. Februar 2013

The Great Kiwi Beer Festival 2013

Diejenigen unter Euch, die als nächsten Post 'The final Tiki Tour, Part 3' erwartet haben, muss ich leider enttäuschen. 'Tiki Tour' bedeutet nämlich soviel wie Sightseeing Tour - und heute soll es nicht um das Ansehen von schöne Sachen (da Christchurch zwei Jahre nach dem Beben noch nicht wieder so richtig viel Schönes zu bieten hat), sondern um Leckeres, nämlich um Bier gehen. 

Als wir in Christchurch ankamen fand dort zufällig das größte Bierfestival der Südinsel - wenn nicht sogar das größte Neuseelands - statt. Na ja, wenn ich ehrlich sein soll, war es nicht so ganz zufällig, vielmehr habe ich darauf bestanden, unseren Trip um das Bierfest herumzuplanen. Aber nicht wegen dem Bier, sondern wegen der Musik.



Das Fest selber war vom Prinzip her genauso, wie das in Auckland, bei dem ich vor drei Jahren war. Man zahlt Eintritt, bekommt einen Plastikbecher und geht von Brauereistand zu Brauereistand, um dort gegen Bezahlung unterschiedliche Biere zu verkosten. Dazu waren 45 neuseeländische Brauereien angetreten, zu Trinken gab's also genug. Fressstände aber auch. Und eine Bühne mit Live-Musik.


Da Michi ja nun überhaupt kein Bier trinkt haben wir für sie das preiswerteste Ticket ('Designated Driver' - eigentlich für den armen Kerl, der seine rotzvollen Mates nach hause fahren muss...) gekauft, während ich mir das 'Hoptimized'-Ticket gegönnt habe, bei dem zehn Tastings a 0,1 l schon im Preis inbegriffen sind.
Das Ganze fand bei herrlichstem Wetter - um die 28 Grad, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel - als Open-Air-Veranstaltung statt  -und zwar ab elf Uhr morgens... Da das noch nicht meine bevorzugte Zeit für den Genuß von Bier oder anderen Alkoholika ist, sind wir aber erst so um vier hingegangen, was ja immer noch recht früh ist...
Ich habe mich dann langsam durch die Welt der Kiwi-Micro-Breweries probiert, bis der Zeitpunkt gekommen war, sich den wirklich wichtigen Dingen zuzuwenden: SUPERGROOVE. Mit ihrer großartigen Mischung aus Rock, Funk und Hip-Hop sind sie in meinen Augen die beste Band, die jemals aus NZ kam. Ich habe sie schon 1993 bei einem fantastischen Konzert in der Batschkapp in Frankfurt erleben dürfen - und seit dem liebe ich sie.

Dann kam allerdings auch die erste Enttäuschung des Tages. Aufgrund einer Terminüberschneidung sind sie ohne Che Fu, ihren niueanischen Sänger, der hauptsächlich für die langsameren, melodischeren Parts zuständig ist, angereist. Der hatte (als Solo-Künstler) nämlich anderswo einen Auftritt.  Blöd. Man muss aber fairerweise dazusagen, dass es SG faktisch als Band seit mehreren Jahren nicht mehr gibt, sie treten nur noch zwei, drei Mal im Jahr bei irgendwelchen Festivals oder so auf. Da kommt sowas dann wohl schon mal vor.
 Aber, Che Fu hat einen seiner Musiker-Freunde, King Kapisi, geschickt, um sich vertreten zu lassen. Der arme Kerl hatte ganze drei Tage, um alle seine Gesangsparts zu lernen und hat seine Sache recht gut gemacht. Und die Band hat gerockt wie immer. Auch 20 Jahre, nachdem ich sie das erste Mal gesehen habe.

Es war toll, Supergroove noch ein letztes Mal gesehen zu haben. Ein weiteres unsrer 'letzten Male', viele werden ja nun wohl nicht mehr kommen...

Die zweite Enttäuschung des Tages folgte unmittelbar nach dem Supergroove-Auftritt - es gab kein Bier mehr! Nicht, dass es alle gewesen wäre oder so. Nein, es war eine Auflage des Veranstalters, dass ab halb sieben kein Bier mehr ausgeschenkt werden darf! Supergroove haben um 20 nach sechs angefangen zu spielen - und während sie auf der Bühne waren wurden heimlich, still und leise die Zapfhähne abgeschraubt. Und ich war mal wieder der Depp, der noch zwei Bier-Coupons in der Tasche hatte, für die ich zwar bezahlt aber dann doch kein Bier bekommen habe. Ging es mir beim letzten Mal in Auckland nicht schon so ähnlich? History repeating...

Mein Fazit: 'Kennste eins, kennste alle' - was Bierfestivals angeht. Wenn's um kleine Speciality-Brauereien geht - mir sind die meisten Biere zu speziell, ein gutes Bier 'von der Stange' ist eher meins. Und was Supergroove angeht - Keep on Rockin', am besten in vollständiger Besetzung. Und ab Mitte Mai auch gerne nochmal in Deutschland. (Ich weiß, dass das sicher nicht passieren wird...)

T°

Sonntag, 20. März 2011

Nachtrag zu "24 Stunden in Christchurch"

Während ich den Post unten geschrieben hab, gab's dann ein Nachbeben mit 5,1M. Das hat man dann gespürt, da waren wir ja dann quasi doch ganz schön dicht dran... Über neue Schäden weiß man noch nix, hoffentlich ist nicht noch mehr kaputt gegangen und es gab keine weiteren Toten/Verletzten. Hört das denn irgendwann nochmal auf??? T°

24 Stunden in Christchurch

Wir sind wieder zurück zu hause, nachdem wir die letzten 24 Stunden unseres Urlaubes in Christchurch verbracht haben. Während wir dort waren gab es 7 Nachbeben mit Stärken zwischen 2,2 und 3,5 - von denen wir allerdings nichts mitbekommen haben. Gott sei Dank...

Viel haben wir von CHC nicht gesehen, weil wir a) keine Katastrophen-Touristen sind und es b) den ganzen Tag geregnet hat. Wir haben uns dann aufgrund des Wetters entschieden, ins Kino zu gehen, um die Zeit bis zum Abflug zu überbrücken. Aber ein paar Bilder hab ich dann doch gemacht, um sie Euch hier zu zeigen...

Dieses Haus stand nur drei Häuser neben unserem Motel und ich hab zuerst nicht ganz verstanden, warum vor einem Holzhaus so viele Ziegelsteine liegen - bis ich gesehen habe, dass dies die Reste der linken Außenwand sind...


Ansonsten sah es in der Gegend, wo wir uns bewegt haben wesentlich besser aus, als ich mir das vorgestellt hatte, die meisten Häuser/Geschäfte hatten einen so genannten "Green Sticker", was bedeutet, dass sie (zumindest bis zur endgültigen statischen Untersuchung) als 'sicher' eingestuft worden sind.


An vielen Ecken (hier Bealey Avenue, die nördliche Begrenzung des immer noch abgesperrten und von Polizei & Militär bewachten Innenstadtbereiches) sah es allerdings auch so aus:


Dieses Haus hatte wohl einen roten Sticker und wurde deswegen aus Sicherheitsgründen abgerissen.

Insgesamt gibt es im Moment eigentlich nicht so wirklich einen Grund, nach CHC zu fahren. Unsere Gründe waren zum einen der TranzAlpine, mit dem wir von der Westküste angekommen sind und eine Fahrt im Heißluftballon - die dann allerdings auch dem Wetter zum Opfer gefallen ist... T°

Montag, 28. Februar 2011

Und immer noch zum Erdbeben

Auf der Seite vom NZ Herald gibt's 'ne Bilder-Galerie, die das ganze Elend recht gut wiedergibt. Falls sich also jemand von Euch ein Bild machen möchte, wie's in Christchurch grade aussieht, bitte schön...

Sonntag, 27. Februar 2011

... noch zu "Christchurch"

Es gibt da eine sehr interessante Website zum Beben in CHC. Das Beben ist in diesem Fall das mit der Stärke 7,1 vom 04 September letzten Jahres, das von letzter Woche zählt nur als Nachbeben - es hatte aber auch nur eine Stärke von 6,3.
Auf Christchurch Quake Map werden alle Beben seit dem 04 September graphisch dargestellt, und das sind zur Zeit 5141 Stück. Dort kann man sich ganz gut anschauen, wie und wo es seitdem wie heftig gebebt hat - und auch, dass die Gegend quasi kaum zur Ruhe kommt.

Die Auswirkungen sind jedenfalls verheerend, in allen Belangen. Die Innenstadt wird zu einem großen Teil abgerissen werden müssen, der Tourismus (einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren hier) ist derbe betroffen und was mit den für CHC geplanten Rugby World Cup-Spielen werden soll, weiß auch noch niemand. Von den vielen Existenzen, die auf der Strecke bleiben & Menschen, die alles verloren haben, will ich jetzt hier gar nicht anfangen. Es wird noch lange Zeit sehr schwer für alle sein... T°

Samstag, 26. Februar 2011

Christchurch

Wir sind 1089 km von Christchurch entfernt, es muss sich also keiner Sorgen machen, dass wir was von dem Erdbeben ab- oder mitbekommen haben.

Es ist wirklich dramatisch, und man kann sich selber nicht vorstellen, was das für die Leute bedeutet und wieviele Einzelschicksale dahinterstecken.

Thomas und ich sind seit Dienstag mittag im Büro im Vollstress unsere Kunden umzubuchen und alle, die ich am Telefon hatte, sind mehr als dankbar. Aber was ist schon unser Stress im Vergleich zu dem, was die Menschen vor Ort gerade durchmachen - jeder hat seinen eigenen persönlichen Verlust.

Positiv ist es, zu sehen, wie Neuseeland als Nation zusammenhaelt. Das Land ist so klein, dass jeder jeden irgendwie über 3 Ecken kennt. Auch wenn manche Nachrichten auch schon menschlich enttöuschend sind, dass man jemanden das Haus ausröumt, waehrend die Familie im Stadtzentrum vor einem Haus steht, wo nach ein Familienmitglied gefangen ist.

Wir sind am 19.03. eigentlich auch für eine Nacht in Christchurch , mal seh'n, was bis dahin noch so alles passiert.

Take care, Mic

Montag, 3. August 2009

Christchurch & Umgebung II

Nachdem ich ja am 17. Juni großspurig angekündigt hatte, „morgen weiter zu schreiben“, hab ich mir gedacht, ich erzähle Euch noch vom Rest unseres Christchurch-Kurztrips, den wir mit Claudia im Juni gemacht haben.

Also, Sonntag abend zurück vom Mt. Cook, Abendessen, früh ins Bett. Am Montagmorgen dann den Leihwagen abgeholt und los ging’s, nach Akaroa. Das ist ein kleiner Ort auf der Banks Peninsula mit einem schönen Naturhafen. War ursprünglich mal eine französische Ansiedlung, was sich auch heute noch (wenn auch fast nur noch an den Straßennamen) bemerkbar macht. Insgesamt gibt es glaub ich keine bessere Beschreibung für Akaroa als "niedlich".

Der Naturhafen wird unter anderem für ‚Swimming with Dolphins’-Touren genutzt, und unter anderem deswegen waren wir hier.

Bei Black Cat Cruises haben sie ja eigentlich Trockentauchanzüge, die zwischen Mai und September benutzt werden, weil die wassertemperatur doch gerne mal unter 13 geht. ‚Eigentlich’ heißt in unserem Fall allerdings, daß die Dinger noch nicht von Reparaturarbeiten aus Kanada zurück waren, obwohl schon lange überfällig. Also gab es dann doch nur ‚normale’ Neopren-Anzüge, so mit nass werden und so....

Das besondere an den Delphinen (alte Rechtschreibung, vorsätzlich!) hier ist, daß es sich um Hector-Delfine handelt, die kleinste & seltenste Delphin-Art, leicht zu erkennen an der abgerundeten Rückenflosse. Wenn man denn mal einen sieht :-) 
Hier könnt Ihr übrigens mein am besten gelungenes Delphin-Foto von unserer Tour bewundern:

Naja, Spaß hat’s auf jeden Fall gemacht, auch wenn es mit ’nem Trockie wesentlich kuscheliger & mit ein paar mehr Delfinen spannender gewesen wäre.

Danach war dann noch Mittagessen, rumlatschen & (Überraschung!) fotografieren angesagt, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Christchurch gemacht haben, wo uns gleich das nächste Highlight erwartete.

Ein Tram Car-Dinner! Ja, genau, ein Abendessen in einer fahrenden Strassenbahn, also irgendwie so ähnlich wie der Ebbelwoi-Express. Allerdings mit livriertem Kellner und 4-Gänge Menü... Das Essen war sehr gut, die Atmosphäre in der ollen Tram sehr gemütlich, einziger Wehrmutstropfen: Das gesamte Straßenbahn-Schienennetz von Christchurch ist 2 km lang :-) 
Man fährt also immer im Kreis, und das nicht mal durch die interessanteren Straßen, wo ein bißchen Leben ist. Aber die Tram muß ja leider auf den Schienen bleiben...

Für Dienstag Morgen war dann Wecker auf 05:00h stellen angesagt, da wir ja eine Ballonfahrt über die Canterbury Plains machen wollten. Am Wort ’wollten’ kann der geübte Leser allerdings schon erkennen, daß es beim wollen geblieben ist. Leider war uns der Wettergott nicht wohlgesonnen & eine Stimme auf dem Anrufbeantworter von ’Up up and Away Ballooning’ teilte mir mit, daß der heutige Flug leider abgesagt werden muss. Schade, denn es war unser letzter Tag in Christchurch, was ein verschieben des Fluges auf den nächsten Tag unmöglich machte. Also wieder ab in die Koje und doch endlich mal ausschlafen!

Auf dem Weg zum Flughafen haben wir uns dann noch das International Antarctic Centre angeschaut, die Höhepunkte hier waren ganz klar die Hägglund Ride und die Pinguin-Backstage-Tour, mit anfassen!

Ansonsten ist der Schneesturm-Raum mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und dem antarktischen Sturm mit Windchill-Faktor was-weiß-ich eher was für Touris aus Indien oder anderen Ländern, wo man nicht so häufig Schnee hat.

Ach ja, die 17-minütige Sound & Light Show war auch großartig, beeindruckende Aufnahmen von einem beeindruckenden Kontinent.

Und nachdem wir dann mit 1 ½ Std. Verspätung (Jet Star...) aus Christchurch abgeflogen sind, waren wir auch bald schon bei uns Zuhause, um mit der Zicke ihren letzten Abend in Neuseeland bei einem leckeren VB (was das ist verrat ich nicht, Australienkenner wissen es sowieso...) zu verbringen. T°