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Donnerstag, 19. Januar 2012

Le Tour des Chutes d'Eau

Michi hat sich heute freigenommen, damit wir zu den Nationalen Surfmeisterschaften nach Piha fahren können (als Zuschauer, nicht als Teilnehmer...) - aber wie so oft kam es mal wieder ganz anders... Wir waren zwar in Piha und Surfer waren auch da - aber keine Wellen. Zumindest keine in der Größenordnung, die man benötigt, um mit/auf/in ihnen Meisterschaften austragen zu können. Zusätzlich war der Himmel nicht wirklich blau, weswegen auch einfach nur Strandlandschaft fotografieren keine echte Option war. Also haben wir nach einem kurzen Picknick beschlossen, stattdessen nach Karekare an den dortigen Wasserfall zu fahren.

Als wir das letzte Mal dort waren fanden wir ihn beide nicht besonders spektakulär, weil es am Ende des Sommers war und dementsprechend nur wenig Wasser fiel (Wasserfall, Wasser fiel, Wortspielerei...). Ganz anders heute, es gab reichlich Wasser, und der Wasserfall wirkte gleich wesentlich beeindruckender. An der Höhe von 25 Metern hatte sich übrigens nichts geändert. 


Die Karekare Falls mit schwimmendem Hund

Kleines Wasserspiel

Für die Film-Fans unter Euch: Eine Szene des Films "Das Piano" wurde hier gedreht - sowie mehrere am Karekare Beach.

Auf dem Weg zu den eigentlichen Karekare Falls kommt man noch an einem kleineren, wesentlich unspektakuläreren Wasserfall vorbei - ich konnte nicht mal rausfinden, ob der einen eigenen Namen hat oder ebenfalls uner Karekare Falls läuft. Dieser ist aber auch sehr schön und hat einen kleinen, fast runden Pool mit senkrecht abfallenden Wänden, der durch ein wenig Klettern zu erreichen ist.

"Little" Karekare Falls

Wasserspiele II

Ich war oben und hab die Füße drin baumeln lassen, hatte aber meine Badehose im Auto - ansonsten wäre ich reingegangen. "Skinny Dipping" (Nacktbaden) wird hier in NZ ja nicht so gerne gesehen...

Das waren jetzt die Wasserfälle 1 und 2, aber wir sind ja noch nicht am Ende unseres Ausfluges... Es gibt nämlich noch die Kitekite Falls, die - wie wir jetzt erst erfahren haben - von Piha aus zu erreichen sind. Also nix wie ins Auto und wieder dahin gefahren. Dort soll man übrigens sehr gut Schwimmen können, und eine Abkühlung konnte ich mittlerweile gut gebrauchen. Aber vor der Erfrischung kommt natürlich meistens erstmal die Anstrengung - in diesem Falle der Aufstieg zu den Falls. Wenn man ein bißchen langsam macht und hier und da vielleicht noch ein wenig fotografiert braucht man ca. eine Dreiviertelstunde - und davon 2/3 steil bergauf. Und das, obwohl wir nur am unteren Ende des Wasserfalles waren.

Die Gesamtansicht der Kitekite Falls mit allen 5 Stufen/Abbruchkanten?

Diesmal hatte ich dann auch die Badebuxe mit und war im Wasser - und ich kann Euch sagen, es war kalt! Unter den herabstürzenden Wasservorhang habe ich mich dann alerdings doch nicht getraut, Wasser mit einer Fallhöhe von 80 Metern  kommt mit einer ganz schönen Wucht runter... Aber es war sehr erfrischend, ich hab's wohl so um die 5 Minuten ausgehalten...

Der untere Teil, den man vom Lower Pool aus sehen kann

Der Verfasser dieser Zeilen beim Bad in seinem neuen Lieblingswasserfall!
Danach ging's erfrischt über den Loop-Track zurück zum Auto und nach Hause. Liest sich jetzt so, als wär's ganz schnell gegangen, war aber nicht so. Ich hatte garnicht dran gedacht, daß Donnerstag ist  - und somit Berufsverkehr herrscht... Normalerweise machen wir solche Ausflüge nämlich an Wochenenden. Also haben wir mal lockere anderthalb Stunden nach Hause gebraucht, ein relativ unentspannter Abschluss eines entspannten Tages.

An die Frankfurter unter Euch: Weiß eine/r von Euch, wo von Frankurt aus der nächste Wasserfall liegt? Just curious...

Dienstag, 11. August 2009

Waitakere Weekend

Die Waitakere Ranges sind ein (Mittel-?) Gebirge im Westen Aucklands, um die 40 km von Devonport enfernt. Und wir treiben uns gerne dort rum, weil es dort sehr viel naturbelassenen Busch, Stauseen und vor allem die wilden, schwarzen & im Winter einsamen West Coast Beaches gibt. Das geht im Norden los mit Muriwai Beach, berühmt für seine Tölpel-Kolonie, und dann kommen in Richtung Süden Te Henga oder Bethells Beach, Anawhata, Piha (bekannt durch die Doku-Serie 'Piha Rescue' und für seine Surfer), Karekare (hier wurde 'Das Piano' gedreht) und Whatipu. Allerdings ist das Gebirge so zerklüfftet, daß man zwischen 2 Stränden immer ca. 30 km fahren muss, man kann sich also kaum mehr als 2 pro Tag anschauen. Und wir wollten uns mal 3 anschauen, da kam uns die Einladung in Auckland's Waitakere Estate-Hotel zu übernachten doch gerade recht... :-)

Wir sind also Samstag mittag losgefahren, erst nach Te Henga, dann einchecken im Hotel und dann gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang nach Piha. Diejenigen unter Euch, die uns schonmal besucht haben, kennen unsere Lieblingsstrände ja schon, aber für alle anderen mal ein paar Bilder:

Te Henga Beach, endlose weite und schwarzer Sand (kommt vom Eisengehalt, der hier sehr hoch ist)

Die für die Western Beaches vollkommen normale Brandung der Tasman Sea - 'Swim between the Flags' ist hier dringend angeraten :-)

Der Sonnenuntergang in Piha Beach, wer genau hinschaut, erkennt die Wolken über der Wasseroberfläche, die uns den Spaß leider etwas verkürzt haben...

Als es dann dunkel war sind wir ins 350m hoch gelegene Elevation Café zum Abendessen gegangen,  von dort hat man einen tollen Blick. Tagsüber über die ganze Stadt, den Hauraki Gulf mit seinen Inseln und an ganz klaren Tagen bis nach Coromandel... Und im Dunkeln halt auf die Lichter der Stadt, da wirkt Auckland noch viel größer. Und das Essen ist auch gut, falls wer von Euch hingehen möchte, wir haben noch 'nen 10$-Voucher, der am Monatsende verfällt :-)

Ja, und dann ab ins Hotel (Wie dekadent ist das eigentlich, quasi in Sichtweite von der eigenen Wohnung im Hotel zu übernachten?) mit seinem leicht morbiden Letzte-Tage-der-DDR-Charme...Nee, es war schon ganz ok, aberwenn ich als erstes auf dem Grundstück an 'nem Hubschrauber-Landeplatz vorbeikomme, dann erwarte ich halt eher etwas sehr Gediegenes, Modänes, als das, was es wirklich war. Die Besitzer geben sich Mühe, nach und nach alles ein wenig moderner & stylischer zu gestalten. Und 'nem geschenkten Gaul undsoweiter...

Krasser Gegensatz: Die 70er-Jahre-Bettumrandung mit dem modernen "Throw" & Kissen

Die Bäder sind schon auf Vordermann gebracht - die Duschen haben sogar 'Rainforest Shower'-Köpfe...

Morgens sind wir dann noch nach Anawhata (sprich: Annafatta) gefahren, dort waren wir noch garnicht. Um an den Strand zu kommen, muss man eine halbe Stunde bergab gehen. Und zwar richtig. Ich hab heute noch Muskelkater in den Waden, so steil ist das dort... Aber herrlich einsam, kein Café, keine Klos, keine Duschen, einfach nur Natur und die wilde, laute Brandung der Tasman Sea. Und ein paar (in meine Augen ja durchgeknallte) Surfer.

Anawhata Beach - vielleicht mein neuer Lieblingsstrand?

Und als wir dann irgendwann endlich wieder oben bei unserem Auto ankamen, ging's auch schon wieder nach Hause. Klasse Ausflug, ganz dicht an Zuhause, in Deuschland haben wir sowas nie gemacht... T°